„Die teuersten Hemden sind die, die im Schrank hängen“

Edward Copper – wer würde ahnen, dass hinter diesem Namen eine Frau steckt? Die gebürtige Deutsche Hilke Blömeke erfüllte sich 2014 mit dem Start ihres eigenen Hemdenlabels einen lang gehegten Traum.

Dem Thema Herrenhemd widmet sich Hilke Blömeke schon seit ihrer Ausbildung in den 1980er Jahren passioniert. Sie arbeitete für zahlreiche Hersteller, ehe sie mit Edward Copper ihre eigene Erfolgsgeschichte zu schreiben begann. Die Stoffe stammen ausschließlich aus Europa, erdacht wird die Kollektion in ihrem Atelier in Reutlingen. In vielen Details ist Hilke Blömeke Perfektionistin: In den Hemden sind nur weiche Einlagen und Etiketten verarbeitet, abgerundete und versiegelte Knöpfe sorgen für ein leichteres Öffnen und Schließen. Ein besonders feines Nahtbild ist ihr ebenso wichtig wie die schlanke, moderne Schnittführung. Für mehr Passgenauigkeit werden die Hemden in Einzelgrößen geschnitten; ein Punkt, der bei vielen Mitbewerbern längst dem Rotstift zum Opfer gefallen ist. Das Geheimnis des guten Sitzes erklärt sich aus der Art, wie die Ärmel eingenäht werden, nämlich eingedreht. Im Interview spricht Hilke Blömeke über das Geheimnis eines gut gemachten Hemdes.

Was macht ein modernes, gutes Businesshemd in Ihren Augen aus?

Ein modernes Businesshemd sollte korrekt und dennoch nicht konstruiert oder steif wirken. Dies gelingt über den Einsatz softer Baumwolleinlagen im Kragen, die die Bewegung eines hochwertigen Gewebes unterstützen, aber nicht bretthart machen.

Als Profi: Worauf achten Sie bei einem Hemd besonders, was fällt Ihnen sofort ins Auge? Was verrät Ihnen auf den ersten Blick, ob es sich bei dem Hemd um ein gutes Hemd handelt?

Sofort ins Auge fällt der Kragen, er ist der Spiegel des Hemdes. Der Kragen eines guten Hemdes schmiegt sich dem Hals an und wirkt sofort minderwertig, wenn er fliegt oder mit einer geringen Stichzahl gesteppt ist. Eindeutig sind auch die Wahl der Knöpfe und die Knopflochverarbeitung sowie die Qualität des Gewebes. Strukturen, Streifen und Karos zeichnen viel feiner in gezwirnten Qualitäten und haben einen subtilen, natürlichen Glanz, der von langer Dauer ist.

Welchen Tipp können Sie einem Laien mitgeben? Worauf sollte er beim Kauf eines Hemdes achten?

Auf sein Fingerspitzengefühl, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Hemd trägt man direkt auf der Haut, deshalb sollte es sich unbedingt gut anfühlen. Der erste Griff sollte der Ware gelten, nicht dem Preisschild, denn ein wirklich gutes Hemd fühlt sich nach zehn Wäschen noch genauso an wie am ersten Tag. Die teuersten Hemden sind die, die im Schrank hängen.

Welche Hemden-Klassiker sollte ein Mann unbedingt in seinem Kleiderschrank haben und um welche Highlights soll er seine Garderobe in dieser Saison ergänzen?

Allen voran natürlich das weiße Hemd, wenn möglich in verschiedenen Strukturen. Pinpoint Unis und Streifen in Hellblau sind flexible Begleiter. Ich persönlich empfinde auch ein gepflegtes Jeanshemd mit Perlmuttknöpfen als ein absolutes Must-have. Die neue Saison bringt leichte Stoffe, auch in sommerlichen Strukturen wie dem Giro Inglese. Streifen in Leinen oder Leinenoptik kommen gut; wichtigstes Merkmal ist bei allem die Haptik, voluminöse Leichtigkeit.

Ihr Lieblingslook der Saison rund ums Hemd?

Sophisticated Casual – verspielte Details an Kragen und Knopfleiste waren gestern. Die Ware steht im Vordergrund. Auf der Straße sehe ich wieder viele junge Männer mit Karohemden, das finde ich sehr maskulin und eindeutig. Streifen sind ein sommerliches Statement, die Ware sollte aber soft sein und eine dezente Struktur haben, zum Beispiel durch Flammgarne.

Der Editor´s Pick für Masculin entsteht im Auftrag von UCM.

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