Touristenfall

Rudolf Kail, Inhaber der Modeagenturen ACO in Deutschland und Österreich, hat es mit seinem Designerstore Icon auf das touristische Potenzial Salzburgs abgesehen. Der Store eröffnet an bekannter Adresse.

Wer hat hier nicht schon aller gewirkt – ob Penny Lane, Casa Moda oder Rudolf Kail selbst mit einem Napapijri-Store, das Ladenlokal in der Münzgasse ist in Salzburg bestens bekannt. Nachdem Wilfrid Wetzl von Casa Moda seinen Herren-Conceptstore geschlossen hat, ist Kail selbst wieder am Ruder. Weil er an das Potenzial seiner Jugendheimat glaubt, insbesondere die nicht enden wollenden Touristenströme, die in den Gassen der Salzburger Altstadt Preziosen suchen, die sie für sich selbst und als Geschenk mitnehmen können. Wer jetzt Japaner schreit, hat den Wandel unter Salzburgs Gästen noch nicht bemerkt. Zunehmend kommen die kaufkräftigen Kunden aus China, dicht gefolgt von jenen aus dem arabischen Raum und Russland. Diese Zielgruppen lieben alles, was europäische Markenware ist. Eine Tasche einer dort unbekannten Marke kann noch so schön sein – die Gäste aus China greifen immer zum bekannten Luxusprodukt. Was ja auch selbstverständlich ist, besonders, wenn sie die Stücke jemandem mitbringen“, ist sich Rudolf Kail bewusst. Und so gibt es fast ausschließlich Ordertermine bei den First Lines. „Im Gegensatz zu unserem Vorgänger, der sich allein auf Herren beschränkte, führen wir selbstverständlich auch Damenware mit dem Schwerpunkt auf Accessoires. Wir haben aktuell einen Anteil von einem Drittel Damen- zu zwei Drittel Herrenware, wollen das aber auf ein ausgewogenes Verhältnis bringen.“

Luxus, Luxus, Luxus

Aus den Kollektionen kauft Rudolf Kail vor allem die verständlichen Teile. „Einen dreiteiligen Anzug, der noch angepasst werden muss, kann ein Tagestourist nicht kaufen. Also stellen wir Accessoires und sportswearige Teile wie T-Shirts in den Mittelpunkt unseres Einkaufs.“ Das Geschäft mit den Reisegruppen sei „ein organisiertes und damit auch erwartbares“, weshalb Rudolf Kail es sich leisten kann, Touristen als Zielgruppe zu forcieren. Das merkt man, wenn man das Sortiment genau in Augenschein nimmt. „Größen zum Beispiel sind für die asiatische Zielgruppe anders. Wir gehen bei kleinen Größen sehr in die Tiefe.“ Nichts desto trotz möchte Rudolf Kail mit Icon auch die kaufkräftigen Salzburger ansprechen. „Wir freuen uns, wenn auch sie bei uns kaufen. Stammkunden sind für das Premiumsegment immer von besonderer Bedeutung.“

Zusätzlich zum stationären Geschäft wird Icon online an Farfetch angebunden sein. Auch hier weiß Rudolf Kail aus Erfahrung, dass ein großer Anteil der Luxusware in die ganze Welt versandt wird – was die Retourenquote erfreulich drückt. Dieses Aspektes eingedenk, wundert es nicht, dass Rudolf Kail die Budgetvorgaben der First Lines als „eigentlich nicht so wild“ empfindet. „Das ist ganz normal, dass eine Marke ein bestimmtes Budget fordert. Schlecht ist es nur, wenn man zum Beispiel von der gehypten Tasche zu wenig kaufen durfte. Hat man die eine Tasche nicht, die in den Social Medias groß gemacht wird, nützen auch zehn andere der gleichen Marke nichts. Da hat die neue Art der Vermarktung extrem zu einer Polarisierung beigetragen. Die Kunden wollen die eine oder keine.“

Icon Salzburg

Münzgasse 2, 5020 Salzburg/Österreich

www.icon-salzburg.com

Inhaber: Rudolf Kail

Anzahl Mitarbeiter: 5

Marken Frauen: Balmain, Christopher Kane, Coach, Furry, Kenzo, Maria Lucia Hohan, Mr. & Mrs Italy, Pinko, Thomas Wylde

Marken Männer: Balenciaga, Balmain, Dolce & Gabbana, Etro, Gucci, Kenzo, Lanvin, Saint Laurent, Salvatore Ferragamo, Tom Ford

Marken Accessoires: Balenciaga, Coach, Dolce & Gabbana, Gucci, Lanvin, Linda Farrow, MCM, Saint Laurent, Salvatore Ferragamo, Tom Ford, Valextra, Zanellato

Dieser Artikel ist in der Juni-Ausgabe von style in progress zuerst erschienen.

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