Salzburg's Next Fashion Designers


Eine Modekarriere von Salzburg aus starten? Ja, das geht, wie international erfolgreiche Designer wie Georg Weissacher von P.O.A.N. zeigen. Doch vor Glanz und Gloria gilt: Erst mal das Handwerk lernen. Salzburgs Adressen für zukünftige Couturiers.

Ein bisschen Geschichte ist vielleicht gar nicht so schlecht, um die Erwartungen an die Karriere in der Mode ins rechte Licht zu rücken. Schneider, Couturiers, Designer, wie man sie auch nennen mag: Für lange Zeit waren sie ausnahmslos anonym. Wer die Roben von Königen und gekrönten Häuptern früher schneiderte? Weiß kein Mensch.

Der erste, der dieser Anonymität entkam, war Charles Frederick Worth. Mitte des 19. Jahrhunderts trat der Brite als einer der Ersten aus der Masse der anonymen Schneider-Scharen hervor und verknüpfte seinen Namen mit der eigenen Linie. Die Haute Couture war geboren – auf Worth folgten Balenciaga, Christian Dior, Yves Saint Laurent oder Coco Chanel. Inzwischen gibt es Modedesigner ohne Ende – namentlich bekannt vielleicht eine Hundertschaft weltweit. Doch man muss kein Ralph Lauren werden, um Modedesigner zu sein. Die Fashion-Karriere gibt es nämlich auch abseits des Rampenlichts – und abseits der Modestädte. Wer sie in Salzburg startet, gibt seiner Laufbahn viel Bodenhaftung, solide Wurzeln – und entfaltet nicht selten Flügel. Wie Salzburgs aktuell vielversprechendster Shootingstar, Georg Weissacher, der mit seinem Avantgarde-Label P.O.A.N. für Gesprächsstoff sorgt. Gelernt hat er? Richtig geraten, in Salzburg. In Hallein genau gesprochen. Wie übrigens auch Philipp Brunner, der nach der Höheren Lehranstalt für Mode den Master an der Akademie für Mode und Design in Berlin anhängte. Es folgten Praktika bei Wolfgang Joop und auf der Fashion Week in Berlin und New York. Zum 155. Geburtstag von Gustav Klimt präsentierte Philipp Brunner bereits seine eigene Masterkollektion „Gustav“ – und geht zielstrebig seinen kreativen Weg.

Karriere mit Lehre

Mode von der Pike auf: Das wollte auch Karl Lagerfeld, der in Paris eine Schneiderlehre absolvierte – der Rest ist Mode-Historie. Wer heute in die soliden Fußstapfen von „King Karl“ tritt, dem stehen viele Möglichkeiten offen: Bekleidungsgestalter sind Experten ihres Handwerks. Sie nehmen Maß, zeichnen Schnittmuster, schneiden zu, heften und nähen. Dabei arbeiten sie mit den verschiedensten Materialien. Während sich Lehrlinge früher zwischen unterschiedlichen Varianten entscheiden mussten – „will ich Damenkleidermacher, Herrenkleidermacher, Hutmacher oder doch Säckler werden?“ – greifen sie seit 2010 zur Bekleidungsgestaltung. Das heißt, sie absolvieren eine zweijährige Ausbildung im gleichnamigen Grundmodul und wählen dann ein einjähriges Hauptmodul. Dazu zählen neben Damen- oder Herrenbekleidung auch Wäschewarenerzeugung, Modist und Hutmacher oder Kürschner und Säckler.

In Salzburg bildet unter anderem der Traditionsbetrieb „Wimmer schneidert“ Lehrlinge aus. Seine Wurzeln reichen zurück bis 1741. 2016 wurde Familienmitglied Leonhard Wimmer zum Lehrling des Jahres gekürt.

Wissenswertes rund um den Lehrberuf bietet das Arbeitsmarktservice oder die Wirtschaftskammer.

Fashion macht Schule

Mode und Schule verbindet die dreijährige Fachschule für Mode Annahof mit einem eleganten Brückenschlag. Zum einen vermittelt die Ausbildungsstätte Allgemeinbildung, Sprache und Kommunikation, wirtschaftliche und rechtliche Bildung sowie Medien-, Informations- und Kommunikationstechniken. Zugleich bietet die Modefachschule aber auch den Fashion-Bonus: Produktentwicklung, Produktion, berufsorientierte theoretische und praktische Kenntnisse und Fertigkeiten konstituieren einen Teil des breiten Curriculums. Junge Modemacher freuen sich über Vertiefungen wie Fashion Styling, Schnittkonstruktion mit CAT oder das Erstellen von Farb- und Musterkonzepten.

Die Anmeldungsformulare finden Interessierte auf der Homepage der Fachschule. Voraussetzungen für den Schulbesuch sind die gängigen gesetzlichen Kriterien und eine Liebe zum Fach – und damit zur Mode.

Modefachschule Hallein

Die 5jährige Höhere Lehranstalt für Mode in Hallein ist Salzburgs Kaderschmiede für künftige Designer. Während in den ersten beiden Jahren der Fokus auf einer fundierten Grundausbildung liegt, wird ab dem dritten Jahrgang der Schwerpunkt Modedesign und Grafik angeboten. Im Projektunterricht bearbeiten die Schüler eigenständig Werkstücke – vom Entwurf bis zur Endfertigung – und lernen die unterschiedlichen Grafik- und Illustrationstechniken sowie die Grundlagen der digitalen Fotografie und Bildbearbeitung. Auch Fertigkeiten hinsichtlich der Modepräsentation und Vorführtechniken werden vermittelt. Bei Projekten und in Workshops sammeln die Schüler gezielt Praxiserfahrung – zusätzlich umfasst das Curriculum ein vierwöchiges Praktikum in Betrieben der Mode- und Textilwirtschaft. Der Abschluss der Fachschule ist mit der Lehre als Bekleidungsgestalter gleichgesetzt. Übrigens, wer es global mag, darf sich freuen: Ab dem Schuljahr 2018/19 gibt es eine internationale Modeklasse mit Fokus auf Sprachkompetenz.

Anmeldungen für die Modefachschule Hallein sind jederzeit möglich, statt einer Aufnahmeprüfung findet ein Aufnahmegespräch statt.

Zweiter Bildungsweg

Mit beiden Beinen fest im Leben stehen und trotzdem Lust auf das gewisse Fashion-Etwas? Die Modefachschule Hallein bietet mit ihrem Schwerpunkt Modedesign und nachhaltigen Designstrategien ein spannendes, berufsbegleitendes Kolleg, das einzigartig in Österreich ist. Der Fokus der sechsmonatigen Ausbildung liegt auf zeitgenössischem, nachhaltigem Design, Internationalität und dem gesamten Produktlebenszyklus. Den Abschluss bilden die Diplomprüfung und die Berufsausbildung als Bekleidungsgestalter.

Anmeldeformulare für das Kolleg in Hallein können über die Website heruntergeladen werden. Statt einer Aufnahmeprüfung setzt die Modefachschule auf ein Aufnahmegespräch.

Dieser Artikel ist in der Ausgabe von Top of Salzburg zuerst erschienen.

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