„Wenn ein Hemd nicht sitzt, können Sie es genauso gut in die Garage hängen.“


Eton, die erfolgreiche Hemdenmarke aus Schweden. Aber Moment mal, liegt Eton nicht in England? Ja, und die malerische Stadt war es auch, die Rune und Arne Davidson, die Söhne des Eton-Gründerpaares, in den 1950er Jahren zu einem neuen Namen inspirieren.

Zugegeben, mit dem im Gründungsjahr 1928 etablierten „Syfabriken Special“ wäre der internationale Erfolg auch schwer zu erreichen gewesen. Noch immer werden Eton Hemden in Gånghester produziert und auch was das Maß an Handwerklichkeit in der Produktion betrifft, hat sich seit 1928 nicht viel geändert. Vom Entwurf über den Prototyp bis hin zur Verpackung des fertigen Produktes – Gånghester ist der Ort, an dem sich alles konzentriert. Das unvorstellbare Fachwissen der Eton-Belegschaft macht sich heute Designer Sebastian Dollinger zu Nutze, der als Creative Director die Geschicke der Marke leitet. Angefangen hat er übrigens als einfacher Lagerarbeiter von Eton – oder wie er es im Interview mit Provocateur ausdrückt: „Ich habe eigentlich mit Putzen begonnen, etwa Toiletten.“ Die Frischekur, die er dem in die Jahre gekommenen Hemdenhersteller verpasst hat, hat gewirkt – Eton ist für unkonventionelle, verrückte Designideen heute genauso bekannt wie für seine hochwertigen, männerfreundlich (also knitterarm) ausgerüsteten Businessklassiker. Im Interview rät das Enfant Terrible der Hemdenszene, sich beim Hemdenkauf von Gefühlen leiten zu lassen.


Was macht ein modernes, gutes Businesshemd in Ihren Augen aus?

Es wird höchstwahrscheinlich von einem Spezialisten stammen, viel eher als von einer Marke, die von Hosen bis Hüten alles anbietet. Ein gutes Businesshemd von Spezialisten lässt Sie sicher sein, dass diese in der gesamten Herstellung Liebe zum Detail walten lassen und die innovativsten Stoffe verwenden.

Als Profi: Worauf achten Sie bei einem Hemd besonders, was fällt Ihnen sofort ins Auge? Was verrät Ihnen auf den ersten Blick, ob es sich bei dem Hemd um ein gutes Hemd handelt?

Der Glanz des Stoffes, ein einzigartiges Design und herausragende Passform. Denn wenn ein Hemd nicht sitzt, dann können Sie es genauso gut in die Garage hängen.

Welchen Tipp können Sie einem Laien mitgeben? Worauf sollte er beim Kauf eines Hemdes achten?

Probieren Sie es einfach an, bevor Sie es kaufen – probieren Sie immer alles an! Wenn es gut sitzt, ist das schon die halbe Miete, danach schauen Sie auf die Knöpfe und wie sauber sie angenäht sind. Werden Sie halten? Wenn die Knöpfe schlecht angenäht sind, dann ist der Rest meist auch zu vergessen. Und berühren Sie den Stoff, fühlen Sie, ob der Stoff einer ist, den Sie gerne auf Ihrer Haut tragen wollen und ob Sie sich damit wohlfühlen.

Welche Hemden-Klassiker sollte ein Mann unbedingt in seinem Kleiderschrank haben und um welche Highlights soll er seine Garderobe in dieser Saison ergänzen?

Ich finde, dass jeder Mann ein paar weiße Hemden haben sollte mit verschiedenen Krägen und in unterschiedlichen Stoffstrukturen. Dann noch ein schwarzes für Abendtermine. Alle Männer sehen in Schwarz und Weiß großartig aus. Ergänzen können Sie das mit allen Mustern, die Sie selbst toll finden – und bloß keine, von denen Ihnen irgendwelche Marketingkampagnen einzureden versuchen, dass Sie sie toll finden.

Ihr Lieblingslook der Saison rund ums Hemd?

Starke Prints auf Kurzarm-Leinenhemden oder anderen leichtgewichtigen Stoffen, dazu der Rest des Outfits eher dezent. Lassen Sie das Hemd sprechen!


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